Digitaler Gottesdienst zum 29.03.2020

Vorbereitung auf den Gottesdienst

► Zum Anhören: Zum Geleit

Ich wünsche Dir einen guten Sonntag. Sei herzlich willkommen zu diesem Gottesdienst. Wahrscheinlich ist dies Gottesdienstformat auch für Dich ungewohnt. Es ist gut, den Ort für die Gottesdienstfeier vorzubereiten: Ein Bild oder Kreuz auf das Du schauen kannst. Eine Kerze, die angezündet daran erinnert, dass Du nicht allein betest, sondern mit vielen Christinnen und Christen in Wesel jetzt um 10:30 Uhr im Gebet verbunden bist.

Es ist auch gut, wenn Du Dich für den Gottesdienst vorbereitest: Setze Dich so, dass Du bequem, aber nicht zu gemütlich sitzt. Eine gute Haltung hilft, sich auf das Hören der Lesungen und das eigene Sprechen mit Gott zu konzentrieren. Achte, wenn Du nun still wirst, auf Deinen Atem. Lass ihn fließen und nimm seinen ruhigen Rhythmus wahr. Gönne Dir einige Augenblicke der Stille als Beginn des Gottesdienstes.

 

Bonum est confidere in domino

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(Bonum est confidere in domino, bonum sperare in domino – Es ist gut dem Herrn zu vertrauen, es ist gut auf den Herrn zu hoffen)

Einleitung und Gebet

► Zum Anhören: Einleitung

In Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Lass uns Gottesdienst feiern! Jeder bei sich zu Hause, aber doch gemeinsam. Letzte Woche Sonntag beim Gottesdienst sind vor meinem inneren Auge viele verschiedene Gesichter aus der Pfarrei vorbeigezogen und ich habe mich, trotz der Distanz, mit dir verbunden gefühlt im Gebet. Vielleicht geht es dir ja ähnlich. Jesus Christus ist unsere Verbindung, unser gemeinsamer Freund. Wir lesen heute in den Schrifttexten, wie er seinen FreundInnen Maria, Martha und Lazarus begegnet. Eine Geschichte voller Zärtlichkeit und Verheißung von Leben. Beten wir zu Jesus:

Jesus, du bist unser Freund.
Wir danken dir, dass wir auf dich bauen können.
Auf dich ist Verlass, du bist treu, du bist der Eckstein.
Wir glauben, dass du einer von uns geworden bist,
damit wir Leben in Fülle haben können.
Wir bitten dich, sei bei uns in dieser schwierigen Zeit
und hilf uns, damit Leben in Fülle für alle möglich wird.
Darum bitten wir dich, der du mit Gott dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und liebst in Ewigkeit. Amen.

 

Biblische Lesung

► Zum Anhören: Aus dem Buch Ezechiel (Ez 37, 12b-14)

So spricht Gott, der Herr: Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf. Ich bringe euch zurück in das Land Israel. Wenn ich eure Gräber öffne und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole, dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin. Ich hauche euch meinen Geist ein, dann werdet ihr lebendig, und ich bringe euch wieder in euer Land. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin. Ich habe gesprochen, und ich führe es aus - Spruch des Herrn.

Hören wir das folgende Lied:

Da wohnt ein Sehnen tief in uns

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Aus dem Johannes-Evangelium (Joh 11, 3-7.17.20-27.33b-45)

► Zum Anhören: Evangelium Johannes

In jener Zeit sandten die Schwestern des Lazarus Jesus die Nachricht: Herr, dein Freund ist krank.
Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit wird nicht zum Tod führen, sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden.
Denn Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus.
Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt.
Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen.
Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen.
Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus.
Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.
Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag.
Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt,
und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?
Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
Jesus war im Innersten erregt und erschüttert.
Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh!
Da weinte Jesus.
Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte!
Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb?
Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt, und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.
Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, entgegnete ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag.
Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?
Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.
Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herum steht, habe ich es gesagt; denn sie sollen glauben, dass du mich gesandt hast.
Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!
Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden, und lasst ihn weggehen!
Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn. 

Nehmen wir uns einen Moment der Stille und der Meditation.  

 

Lasst uns Fürbitte halten

Gott ist der Herr des Lebens. Mit seinem Hauch schenkt er Leben. Wir bitten um den Hauch seines Heiligen Geistes, da wo Leben und Glück fehlen:

  • Für alle kranken Menschen. Besonders für alle, die mit dem Corona-Virus infiziert sind.

Stille

  • Für alle, die keinen Ort haben, wohin sie sich hin zurückziehen können vor dem Virus. Für alle Obdachlosen, Gefangenen und Menschen in den Flüchtlingslagern.

Stille

  • Für alle, die kein soziales Netz oder finanzielle Möglichkeiten haben, die ihnen helfen gut die Krise zu überstehen.

Stille

  • Für alle Familien, in denen das Zusammenleben jetzt neu ausgelotet werden muss. Besonders für die Familien, die unter Gewalt und Sucht leiden.

Stille

  • Für alle, die zurzeit einen Angehörigen beerdigen müssen und keine gute Form finden, um Abschied zu nehmen. Und für alle Toten.

Stille

  • Für die Menschen in meinem Umfeld, für die ich beten möchte.

Stille

Barmherziger Gott, du bist ein Freund der Menschen. In Jesus hat deine Freundschaft Hand und Fuß bekommen. Dafür danken wir dir und mit Jesus beten wir nun zusammen::

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unserem Schuldigern
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

Bitten wir um Gottes Segen

► Zum Anhören: Segen

Gott, du unser Vater,
wir bitten dich um deinen Segen. Du liebst uns und dich lässt unser Leben nicht kalt. Wir bitten dich, dass wir mit deiner Hilfe das Richtige tun und aus der Freundschaft zu DIR unser Leben gestalten. Und so segne und behüte uns der gute und barmherzige Gott, der Vater + und der Sohn und der Heilige Geist. Amen

 

Lied am Ende des Gottesdienstes

Zum Schluss dieses Gottesdienst, lade ich dich ein, dieses Lied zu hören, dass wunderbar das Wesen von Freundschaft zum Ausdruck bringt.

"You can count on me like one two three I'll be there And I know when I need it I can count on you like four three two You'll be there 'Cause that's what friends are supposed to do, oh yeah"

Übersetzung: Du kannst auf mich zählen und 1,2,3 ich bin da für dich und ich weiß: Wenn ich es brauche, dann kann ich auch auf dich zählen und 4,3,2 du bist da für mich. Denn das machen Freunde so. Oh, Yeah!

Das Evangelium heute ist eine Freundschaftsgeschichte. Jesus lässt seine Freunde nicht im Stich. Und auch wir sind Freunde von Jesus und er lässt uns nicht im Stich. Oh, Yeah!

Count on me

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Impulse für die kommenden Tage

Impuls 1

Das Evangelium dieses Sonntags erzählt von Jesus, der wieder einmal seine Freunde, Martha, Maria und Lazarus besuchen will. Jesus ist zutiefst erschüttert, als er hört, dass Lazarus, sein Freund, verstorben ist. Weiter wird berichtet, wie Jesus seinen Freund Lazarus aus dem Grab wieder ins Leben ruft. Offenbar gehören Freundschaften auch für Jesus zu dem was sein Leben trägt, neben der Familie und dem vertrauten Umgang mit Gott, den er als guten Vater anspricht.

Gerade in dieser Woche, in der das Kontaktverbot uns alle in eine ganz neue und ungewohnte Distanz und Vereinzelung zwingt, spricht mich besonders an, dass auch Jesus Freundschaften wichtig sind, dass er sie pflegt durch Besuche und dass ihn der Tod seines Freundes so erschüttert.

Das Evangelium fragt mich an diesem Sonntag nach meinen Freundschaften. Wer ist für mich als Freundin, als Freund wichtig? Welche Freunde habe ich (fast) aus den Augen verloren? Was kann ich gerade in dieser besonderen, durch das Virus geprägten Zeit, für die Pflege meiner Freundschaften tun? Ein Telefonat, eine E-Mail, ein Brief – handschriftlich vielleicht sogar?

Impuls 2

Bleib gesund

„Bleib gesund", das ist wohl der Wunsch schlechthin zurzeit. Fast immer, wenn ich mit jemanden telefonieren oder eine Mail schreibe, dann kommt am Ende dieser Wunsch. „Bleib gesund!" Bei der derzeitigen Corona-Krise geht es wesentlich um Gesundheit und Krankheit. Darum die Verbreitung des Virus so gut es geht zu verlangsamen und mit allen Mitteln Infizierten zu helfen. Da sind wir alle gefragt. Ein kleines Virus zeigt uns, wie schützenswert Gesundheit ist und auch wie bedroht Leben sein kann.

Auch die biblischen Texte, die wir gelesen und gehört haben, drehen sich um diesen Themenkomplex: um Gesundheit und Krankheit, und nochmal weitergedreht um Leben und Tod. Eine Sache ist sehr wichtig und die müssen wir beachten: Gott geht es immer um Leben und Gesundheit. Der Tod und Krankheit sind in Gottes Plan für seine Schöpfung nicht vorgesehen. Alles andere wäre zynisch! Krankheiten und Tod sind keine göttliche Strafe und Gott nutzt Krankheiten nicht im Sinne einer göttlichen Pädagogik, damit wir wieder mehr an Gott glauben. Das wäre absurd und deckt sich nicht mit dem Gott, an den ich glaube, und der ein Freund des Lebens ist. Gott will die Gesundheit und das Leben eines jeden Menschen. Das Johannes-Evangelium macht so schön deutlich, dass Gott, in Gestalt von Jesus, mitleidet, wenn Menschen schwer krank sind und sterben. Er weint sogar. Leid lässt Gott nicht kalt. Auch das Leid der Corona-PatientInnen heute lässt ihn sicher nicht kalt.

Gott will Leben. In Gottes Macht steht es auch, den Tod zu besiegen, wenn wir Krankheiten erliegen. Ezechiel erzählt davon wie Gräber geöffnet werden und die Toten wieder mit Leben erfüllt werden. Ostern feiern wir die Auferstehung Christi, eben den Sieg des Lebens über den Tod. Diese hoffnungsvolle Perspektive gibt mir Kraft für mein Leben. Wir sind nicht zum Sterben verdammt, sondern zum Leben berufen.

Was tust du, um gesund zu sein oder zu werden? Glaubst du, dass du Gesundheit und Leben in Fülle haben sollst? Man kann auf sein Leben einen defizitorientierten Blick haben, auf das was mir fehlt, wo es Probleme gibt. Man kann auch einen Blick auf sein Leben haben, der die Probleme nicht vergisst, aber auf meine Quellen und Ressourcen blickt, die mir helfen gut zu leben. Vielleicht kann dieser Blick und die Frage hilfreich sein in den nächsten Tagen: Was hilft mir ein gesundes und glückliches Leben zu führen? Gesundheit und Leben ist nichts Individuelles. Es geht Gott um gutes, gesundes Leben für Alle, nicht nur ein paar Privilegierte. Was kann mein Beitrag sein, damit Leben in Fülle für alle möglich wird? Woran krankt unser System, dass so viele auf der Strecke bleiben und wie können wir das ändern? Wird in dieser Krise nicht zugespitzt und offen zu Tage gelegt, was an Problemen ohnehin schon dagewesen ist? Die gegenwärtige Lage bietet die Chance, sich allen diesen Fragen zu stellen und (zwangsläufig) den Blick zu richten auf Gesundheit und Leben. Zu Gesundheit und Leben sind wir Alle gerufen. In diesem Sinne: Bleib gesund!

Ganz zum Schluss

Zum Gottesdienst letzte Wochen haben uns einige Rückmeldungen erreicht, die uns bestärken dieses Format weiter zu machen. Auch zu diesem Gottesdienst fragen wir: Hat dir der Gottesdienst zugesagt? Hast du Anregungen, Kritik, Änderungswünsche? Hast du selbst Ideen, wie man angesichts der gegenwärtigen Zeit gut Gottesdienst feiern kann? Möchtest du dich gerne einbringen und selbst etwas für die Pfarrei gestalten? Schreib uns gerne auch Fürbitten, die wir in unseren Gottesdiensten aufnehmen können! Melde dich gerne unter: service@sanktnikolaus-wesel.de

Generell gilt, dass wir weiterhin telefonisch erreichbar sind. Die Nummern und Mailadressen findet ihr hier auf der Homepage unter „Seelsorgeteam".

Pfarrbüro Sankt Nikolaus

Katholische Kirchengemeinde Sankt Nikolaus
Martinistraße 10a
46483 Wesel

zur Zeit nur postalisch, telefonisch oder per E-Mail erreichbar 

Tel. 0281 300 2669 111
service@sanktnikolaus-wesel.de

Mo.-Do.: 09:00 - 12:00
  15:00 - 18:00
Fr.-Sa.: 09:00 - 12:00

Büroleitung: Sigrid Hochstrat

Veröffentlichungen: 
Petra Klingberg
Tel: 0281 300 2669 117
petra.klingberg@sanktnikolaus-wesel.de